Fundstücke aus der Stadtgeschichte (3): Die Pflasterzollkasse

Sandro Nürnberger

Die Stadt Velden verfügte über eine so genannte Pflasterzollkasse. In dieser wurde die Einnahmen und Ausgaben verbucht, die mit dem Unterhalt der städtischen Pflasterstraßen zu tun hatten. (Stadt Velden I 9/66)

Der Archivbestand im Archiv erstreckt sich über einen Zeitraum von 1852 bis 1927, wobei der Bestand in den 1910er und 1920er Jahren sehr lückenhaft ist. Im Folgenden ein paar beispielhafte Auszüge. Bei den angegebenen Währungen handelt es sich einerseits um süddeutsche Guldenwährung, 1 Gulden (fl) sind 60 Kreuzer (xr), ein solcher sind 4 Pfennig (d). Zur Zeit des Deutschen Reichs beträgt ab 1871 100 Pfennig (Pf.) eine Mark (M oder Mk).

Deckblatt der historischen Pflasterzollrechnung

Pflasterzollrechnung 1852/53

„Rechnung des Pflaster-Zoll betr. Pro 1852/53.

Einnahme

laut Verzeichnungs-Protokoll vom Jahr 1852 den 28 Septbr. An Joh. Gg. Friedr. Oppel zu 76 fl (erstes Pachtjahr)“

Demgegenüber standen Ausgaben „Beschäftigung an Pflaster-Arbeit“ von insgesamt 165 fl und 57 xr

Zuzüglich des Schuldenstands vom Vorjahr von 488 fl 35 xr 2 d, ergab sich ein Schuldenstand von 578 fl 32 xr 2 d.

Auszug aus der Originalakte

Pflasterzollrechnung 1883 (Fotos: Sandro Nürnberger)

Im Rechnungsjahr 1854/55 betrugen die Einnahmen „Laut Verpachtungsprotokoll vom 28n Septbr. 1854 an Joh. Georg Oppel auf ein Jahr für 70 fl“, zusätzlich „Aus aufgenommenen Vorschüssen. Zu den Pflasterbauten hat Gemeindevorsteher Tauber einen Vorschuß geleistet von 58 fl 13 xr“.

Den Einnahmen von 128 fl 13 xr standen entgegen „Auf Gemeindeanstalten“ 94 fl 47 xr und „Auf die Schuldentilgung“ 33 fl 26 xr, zusammen 128 fl 13 xr.

1883 wurde eingenommen „Aus Steuern und Zöllen. Johann Luber liefert ab den Pflasterzollpacht mit II Jahr“ von 175 Mark. Die Ausgaben betrugen „Auf die Amtsführung. Schreibmaterial adversum des Kassiers Schramm 50 Pf. Für Fertigung des Voranschlags 1884 70 Pf. Für das dazu verwendete Papier 20 Pf. Für die Fertigung gegenwärtiger Rechnung 1 Mark 50 Pf.“ Daneben entfielen „Auf öffentliche Einrichtungen. Zur Expedition Rupprechtstegen für zugerichtete Pflastersteine 10 Mark Eben dahin weiteres 5 Mark 71 Pf. Nachträglich wich zum k. Oberlohnamt 1 Mark 43 Pf. Dem Pflasterermeister Mich. Härlein in Hersbruck auf Arbeit 78 Mark. dem Taglöhner Wilhelm Hanisch dahier auf Beihilfe zu den Pflastervorarbeiten e. e. 13 Mark 20 Pf. Dem Erhard Schreiber dahier auf Arbeiten 1 Mark 50 Pf. Dem Schmied Zitzmann in Rupprechtstegen auf Arbeit 2 Mark 50 Pf. Dem Georg Beck dahier auf Arbeiten 31 Mark. Dem Konrad Roedel für 7 Tage Arbeit an Pflastersteinen a 2 M. 14 Mark. Dem Georg Beck für dasselbe, 7 Tage Arbeit a 2 Mk. 14 Mark.“