Wahl-Nachlese
Nach der Wahl ist vor der Arbeit. So hat Velden gewählt - das sagen die Akteure.
Die Kommunalwahl am 8. März 2026 ist vorbei. Herbert Seitz (SPD) bleibt Bürgermeister in Velden, die SPD gewinnt die meisten Stimmen für den Gemeinderat. Im Einzelnen sieht das Ergebnis so aus: Von 1.081 abgegebenen und 1.074 gültigen Stimmen erhielt Seitz 825. Seine Herausforderin Dr. Christine Trumm von der CSU erreichte 249 Stimmen. Damit errang Seitz mehr als die Hälfte der Voten und war somit gewählt.
An der Wahl des Gemeinderates nahmen 1.080 Bürger und Bürgerinnen teil. Sie gaben 12.387 Stimmen ab. Hiervon entfielen 7.261 auf die SPD im Verbund mit der Freien Wählervereinigung Velden (FWV). Das bedeutet für sie sieben Sitze. Die CSU mit den Freien Bürgern Velden (FB) lagen bei 5.126 Stimmen und fünf Sitzen.
Ein Blick in die politische Geschichte zeigt Kontinuität. Am 15. März 2020 gewann ebenfalls Herbert Seitz die Wahl zum Bürgermeister, allerdings ohne Gegenkandidaten. Er konnte 867 Stimmen von 963 abgegebenen und 917 gültigen für sich verbuchen. 965 Personen gingen zur Gemeinderatswahl und gaben 21.488 Stimmen ab. Davon kam die SPD plus FWV auf 12.198 Stimmen und somit auf sieben Sitze, während die CSU mit den FB 9.290 Stimmen errang und damit fünf Sitze.
Am 16. März 2014 sah es so aus: 909 Bürger und Bürgerinnen gaben 20.344 Stimmen ab. SPD und FWV erlangten davon 12.393 Stimmen, was sieben Sitze ausmacht, CSU und FB 7.951 Stimmen und damit fünf Sitze. Bürgermeister wurde Herbert Seitz mit 857 Stimmen von 909 angegebenen beziehungsweise von 875 gültigen.
Noch eine Wahl davor, am 2. März 2008, entstand dieses Bild: 1.150 Leute gingen wählen und gaben 25.383 Stimmen ab. 13.277 wurden SPD und FWV zuteil, also sechs Sitze. Die CSU und die FB hatten 12.106 Stimmen, was auch sechs Sitze ergab. Für das Bürgermeisteramt traten Herbert Seitz und Christa Begert an. Er erhielt 645 von 1.150 abgegebenen bzw. 1137 gültigen Stimmen und setzte sich damit durch; sie bekam 492 Stimmen.
Eine Neuerung war 2026, dass die Wahllisten diesmal nur noch 12 Kandidaten und Kandidatinnen enthielten. Bisher waren 24 Personen aufgeboten. Generell treten heute häufiger Gruppen mit kürzeren Listen an als dies früher der Fall war.

Blick auf das Rathaus in Velden (Foto: Sonja Weber)
Bürgermeister Herbert Seitz (SPD) als Wahlgewinner hat sich sehr über das Ergebnis gefreut und ist hoch zufrieden, im Rathaus bleiben zu können. Allerdings hatte er schon damit gerechnet. „Bürgernähe ist Trumpf, damit habe ich meiner Ansicht nach die Wahl für mich entschieden“, bilanziert er. „Wenn ein Großteil der Bürger zufrieden ist, bleibt man im Amt“. Entscheidende Faktoren seien auch frühe und konsequente Informationen für alle Beteiligten und sachliche, konstruktive Diskussionen an der Basis. „Jedem recht machen kann man es nicht, das ist in der Politik klar. Aber alle einbeziehen und mitnehmen, das ist wichtig und hilft“, so Seitz.
Thema SPD: Wie kommt es, dass sie in Velden gegen den Bundestrend so stark ist? „Einerseits hat die Sozialdemokratie hier eine lange Tradition. Andererseits muss man auch sehen, dass es sich gerade in kleinen Orten um Persönlichkeitswahlen handelt, weniger um die Entscheidung für eine Partei. Da überzeugt ein Kandidat die Wähler mit seiner Art, seinem Auftreten und seinem Engagement“, analysiert Seitz die Lage. Trotzdem oder gerade deshalb aber würde er aus seiner Erfahrung heraus der sozialdemokratischen Parteispitze etwas mehr Bürgernähe empfehlen.
Im Rückblick herausstechend und in Erinnerung bleibend waren für ihn vor allem Bauarbeiten. Als Beispiel nennt das Stadtoberhaupt das Großprojekt „Umbau der Nürnberger Straße“, das immerhin über drei Millionen Euro kostete und mit zwei Millionen gefördert wurde - baulich, finanziell und zeitlich eine Herausforderung. „Zudem ragt in der Rückschau vor allem die Stadtscheune heraus. Die erhaltene Förderung ist bestens angelegt, denn es zeigt sich, wie toll sie angenommen wird“, findet Seitz. Tatsächlich wird sie von vielen Vereinen und VHS-Kursen in allen Altersgruppen rege genutzt, ob für Besprechungen, Musik-Proben, Vorträge oder ein gemütliches Beisammensein. „Ein Treffpunkt im Ort wurde benötigt. Das war ja vorher von manchen in Frage gestellt worden, es gab Bedenken, ob die Investition sich lohnt“, erzählt Seitz. Nun kann er resümieren und betont: „Ja, sie war genau richtig“. Zumal ein leerstehendes Baudenkmal erhalten und mit neuem Leben gefüllt worden sei.
Und die Zukunft? Was für Pläne hat der Rathauschef? Unterhalb der Mühle soll der Platz repräsentativ hergerichtet werden. „Wir wollen ihn für Freiluft-Events sichern und nutzen“, blickt Seitz nach vorne. Die Baumaßnahmen sollen 2026 beginnen, ein „integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept“ ISEK wird erstellt, das nötig ist, um Fördermittel zu erhalten. Spannend wird auch die Erneuerung der Wasserbrücke, die vom Bauamt ausgeht (die Bürgerzeitung berichtete ausführlich, siehe Ausgabe 4/25). Schließlich handelt es sich um eine wichtige, zentrale Verbindung, da soll alles glattgehen und rundlaufen. „Eine Ersatzbrücke wird Sperrungen vermeiden“, verspricht Seitz. Im Juli 2026 starten die Vorbereitungen. Weil dafür zwei Häuser weichen müssen (die alten Gebäude am Marktplatz 22 und in der Nürnberger Straße 2), wird im Rathaus eifrig überlegt, was mit dem freiwerdenden Platz geschehen soll. Auch Plätze wie der am Ortseingang neben der Eisstockhalle sollen eventuell hergerichtet werden.
Die unterlegene CSU-Kandidatin Dr. Christine Trumm bleibt „normales“ Stadtratsmitglied. „Ich werde auch künftig meine Schwerpunkte auf die Bereiche Finanzen, Jugend und Kultur legen“, erklärt sie. „Natürlich wäre ich echt gerne Bürgermeisterin geworden und hätte mich dem Amt mit voller Kraft gewidmet. Die Kandidatur war ja gut überlegt. Jetzt aber bleibe ich eben in meinem alten Job als Chemikerin, der mir auch sehr viel Spaß macht“. Den Erfolg von Herbert Seitz erklärt sie sich mit dem Bonus des Amtsinhabers: „Hier bei uns in Velden war es eine Personenwahl. Da spielt Bundespolitik keine so große Rolle. Im Kommunalen liegen die Dinge oft auf der Hand, zum Beispiel, dass eine kaputte Straße repariert werden muss. Grundlegende Meinungen und Ideologien treten demgegenüber zurück“. Ähnlich sieht das auch der CSU-Fraktionsvorsitzende Stefan Stein: „Klar geht es hier hauptsächlich um Personen. Herbert Seitz und seine Familie sind ja in Velden bestens bekannt.“ Für die Zukunft verspricht er auch weiterhin eine gute, kooperative Zusammenarbeit. Man werde sich von Seiten der CSU mit ihren Kompetenzen zum Wohle des Ortes einbringen. „Wir wollen gezielt auf den Haushalt schauen und beim Wasser einen vernünftigen Preis halten“, umreißt Stein seine nächsten Ziele. Zudem solle die Ansiedelung von Firmen im Gewerbegebiet fortgeführt und erweitert werden.
Die SPD-Fraktionsvorsitzende Sabine Hörl freut sich in erster Linie, dass die Bürgerschaft die ehrenamtliche Arbeit ihres Teams honoriert hat. Sie selbst verbschiedet sich nun nach 24 aktiven Jahren von der Kommunalpolitik. „Mit meinen 66 Jahren darf ich mich ruhig mal zurückziehen“, verrät Hörl. „Es ist für mich an der Zeit, jetzt sollen die Jungen weitermachen. Und es gibt ja auch tollen Nachwuchs. Die dürfen jetzt mal ran“. Harmonie war und ist ihr wichtig, daher ist Hörl dankbar für die stets gute Zusammenarbeit in den Gremien. Was Bürgermeister Seitz betrifft, so beschreibt sie ihre Erfahrungen mit ihm positiv: „Er hat ein Händchen für Fördergelder und bringt Geduld mit. Genau die richtigen Eigenschaften für sein Amt“.
In der Rückschau loben alle das gute Miteinander im Stadtrat, um die bestmöglichen Entscheidungen für die Menschen zu treffen. Was richtig sei, werde auch über alle Fraktionen hinweg erkannt, da verweigere sich niemand der Umsetzung. Zudem hört man allerorten vom freundlichen menschlichen Miteinander. In Velden kann es also so weitergehen.